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Die Bereitstellung einer qualitätsvollen und durchdachten Infrastruktur ist die Grundvoraussetzung für die Angebotsgestaltung im Bereich Mountainbike. Die Trails in einer Destination sind zentral für die Attraktivität derselben.
Beim Mountainbiken werden verschiedene Zielgruppen unterschieden. Sie gehen fliessend ineinander über. Damit die Mountainbike-Infrastruktur erfolgreich wird, ist es wichtig, dass der Bezug zur Zielgruppe hergestellt wird und deren Bedürfnisse abgeholt werden.
Hier gibt es starke Überschneidungen zwischen den Mountainbike-Segmenten, wie bspw. der Naturbezug, Erholung und Fitness. Zudem können die Mountainbikenden oft auch mehreren Bike-Segmenten zugeordnet werden.
Die lokale Community kann ein wichtiger Treiber sein, um Mountainbike-Angebote zu schaffen, welche in einem nächsten Schritt auch touristisch genutzt werden. Die Mitglieder der Community sind lokal verankert und gehen ihrem Beruf nach, welcher sich unter Umständen ebenfalls in der Destination befindet. So können Hoteliers und Hotelière ebenfalls zur Bike-Community gehören genauso wie der Bäcker oder die Ladenbesitzerin. Dies sorgt in einer Destination für ein grosses Engagement für die Angebotsgestaltung. Wenn Projekte, die aus lokalen Initiativen entstanden sind, nicht weiterverfolgt werden, kann dies zu Resignation führen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass man die Community immer wieder ins Boot holt, im Loop behält und weiterhin motiviert.
Die Grundlagen für die Planung sind vielschichtig und von Kanton zu Kanton unterschiedlich. Die folgenden Ausführungen erleichtern die Herangehensweise für eine erfolgsversprechende Planung, Projektierung und Realisierung.
Ausserdem gibt der Entwicklungskompass Mountainbike und Umwelt unter Punkt 1.1 Raum- und Wegnetzplanung wichtige Inputs und Informationen für eine nachhaltige Planung.
Es gilt unterschiedliche Gesetze, Vorgaben sowie naturräumliche Gegebenheiten zu beachten. Ziel ist es, die Auswirkungen möglichst gering zu halten und die Infrastrukturen nachhaltig und effizient zu planen und bauen.
Idealerweise findet die Planung regionsübergreifend statt. In einer grossräumigen Planung können Entwicklungsräume je nach Segmentierung festgelegt werden und so langfristig und weitsichtig geplant werden. Ausserdem sollte die bestehende Infrastruktur berücksichtigt und miteinbezogen werden. Was ist in dem Gebiet bereits vorhanden, was wird genutzt? Auch hier wie bei allen touristischen Angeboten ist die Convenience der Gäste miteinzuplanen.
Um ein Angebot zu schaffen, welches die Bikenden anspricht kann es sinnvoll sein, dass sich Nachbardestinationen für die Schaffung eines solchen Angebots zusammenschliessen und hier Synergien nutzen. So können Kosten für Bau und Unterhalt aber auch fürs Marketing eingespart werden.
Sind die Wanderwege bedarfsgerecht? Werden diese benötigt und genutzt?
Unter Umständen könnte es sinnvoll sein, bestehende Wanderwege, die von Wandernden nicht mehr (gerne) genutzt werden zu Mountainbike-Trails umzubauen und allenfalls für die Wandernden ein neues bedürfnisgerechtes Angebot zu schaffen.
Zudem gilt es zu prüfen, ob in der Destination Koexistenz möglich ist. Messungen können Aufschluss darüber geben, wie intensiv die Wege derzeit genutzt werden. Bei sehr intensiv genutzten Wegen gestaltet sich eine geteilte Nutzung jedoch als eher schwierig und es sollten neue Wege bzw. Wegabschnitte in Betracht gezogen werden (weitere Ausführungen zu Koexistenz vgl. 3.2 Besucherlenkung).
Durch deren Erfahrung und Fachwissen können Konflikte, Verzögerungen und zusätzliche Kosten vermieden werden. Ausserdem verfügen sie bspw. über digitale Lösungen zur Erfassung der Besucherströme.
Ein gut gebauter Trail kann Wetter und Nutzung trotzen und benötigt dadurch weniger Aufwand im Unterhalt. Zudem bleibt das Erlebnispotenzial für Bikende langfristig erhalten, was als Basis einer funktionierenden Besucherlenkung dient. Es wird vermieden, dass ungewollte Abkürzungen und Wegverbreiterungen entstehen oder auf alternative Wege ausgewichen wird (vgl. dazu Kompass Mountainbike und Umwelt).
Eine scharfe Trennung des Angebots speziell für die Bike-Segmente gestaltet sich als eher schwierig, da die Trails auf unterschiedliche Art und Weise befahren werden können. Es empfiehlt sich hier, auch die Persona-Frameworks von Schweiz Tourismus zu konsultieren. Mountainbike als Freizeitbeschäftigung findet man bei der Persona Jo – Active Adventurer aber auch bei Pat – Bonding Educator sowie je nach Mountainbike-Segment (vgl. Strategische Grundlagen, Segmentierung) bei Lou –. Dieses Wissen hilft, um die Personengruppe besser einzuschätzen und somit auch die Rahmenbedingungen in der Destination.
Darauf basierend kann das Angebot ausgebaut und optimiert werden. Das Angebot muss der Zielgruppe entsprechen und bereits vorhanden sein, damit ein entsprechendes Gästesegment bearbeitet werden kann. Bei den Gästen sollten keine Erwartungen geweckt werden, die vor Ort nicht erfüllt werden.
Der Mountainbike-Gast ist naturverbunden. Somit werden naturnahe Angebote mit Aussichtspunkten oder Naturhighlights unterwegs sehr geschätzt.
Dadurch dass das Biken zu einem Breitensport geworden ist, gibt es ganz unterschiedliche Niveaus. Dies ist eine Herausforderung, die es bei der Angebotsschaffung zu meistern gilt. Weder eine Über- noch eine Unterforderung des Wegenutzenden ist zielführend.
Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Mountainbike-Infrastruktur ist, dass diese den Bedürfnissen der Zielgruppe entspricht. Eine bedarfsgerechte Planung für die definierte Zielgruppe ist also essenziell, wobei die Zielgruppe die tatsächlichen Konsumenten/Nutzer beinhalten sollte.
Nicht für alle Mountainbikenden ist jede Art der Infrastruktur gleich attraktiv. Die Anforderung an die Infrastruktur kann sich je nach Segmentierung bzw. Persona unterscheiden. Ein gut geplantes und sorgfältig gestaltetes Angebot kann eine breite Palette ansprechen.
Eine zielgerichtete Ansprache bestimmter Segmente oder Gruppen im Mountainbike-Tourismus, hilft, die richtigen Erwartungen zu wecken und Enttäuschungen zu vermeiden.

Bike-Parks sind oft in Skigebieten oder anderen bergigen Regionen zu finden und bieten spezielle Strecken mit Hindernissen, Sprüngen und Steilpassagen für erfahrene Mountainbiker. Sie dienen als Spielplatz für Adrenalin-Junkies und bieten die Möglichkeit, technische Fähigkeiten zu verbessern und neue Tricks zu erlernen. Bike-Parks sind beliebte Ziele für Mountainbike-Enthusiasten und tragen zur Weiterentwicklung des Sports bei.
Mit der Fachdokumentation unterstützen die BFU, SchweizMobil und die Fachgruppe sicher Mountainbiken FsMTB die Destinationen, Planer, Bauer und Betreiberinnen von Mountainbike-Anlagen bei der Umsetzung solcher Vorhaben.
Um viele Bedürfnisse abzudecken und das Mountainbike-Erlebnis für alle spannend und attraktiv zu halten, bietet sich ein progressiver Schwierigkeits-Aufbau der Mountainbike-Infrastruktur an. Zum einen kann ein Trail unterschiedliche Schwierigkeiten aufweisen, indem schwierige Stellen umfahren werden können. Zum anderen kann es in der Destination eine Variantenvielfalt geben.
Vor allem Anfänger und Familien sind sensibel bei der Angebotswahl und gehen eher auf Nummer sicher. Exponierte und extrem steile Stellen meiden sie. Ein progressiver Aufbau der Schwierigkeiten hilft hier ein Angebot zu schaffen, dass für viele Zielgruppen spannend ist.
Tipp: Professionelle Trailbau-Unternehmen miteinbeziehen.
Da zunehmend mehr Nutzende die gleichen Wege in Anspruch nehmen, müssen die Mobilitätsformen aufeinander abgestimmt werden. Dies führt zu einer grossen Herausforderung für die Planung und den Betrieb von Wegen und Routen.
Die häufigsten Probleme sind auf eine fehlende Rücksichtnahme und mangelndes Verständnis zwischen den verschiedenen Nutzergruppen zurückzuführen. Oftmals spielt hierbei die subjektive Wahrnehmung der Nutzenden eine wichtige Rolle, wenn sich diese bspw. überrumpelt fühlen.
Um das gegenseitige Verständnis zu fördern, haben die Schweizer Wanderwege, die bfu, Swiss Cycling, SchweizMobil, der Schweizer Alpen-Club SAC, Seilbahnen Schweiz, Schweiz Tourismus und der Schweizer Tourismus-Verband in einem gemeinsamen Positionspapier zum Thema Koexistenz Stellung bezogen. Diese wichtigen nationalen Interessenvertreter und Organisationen sagen grundsätzlich ja zur Koexistenz und treten für ein rücksichtsvolles Mit- und Nebeneinander von Wandernden und Mountainbikenden ein.
Das Merkblatt Wandern und Mountainbiken – Entscheidungshilfe zu Koexistenz und Entflechtung zeigt Möglichkeiten für das planerische Vorgehen auf, wenn neue Mountainbike-Angebote in einer Region vorgesehen sind oder wenn Koexistenzprobleme bestehen. Dabei wird auch auf flankierende Massnahmen hingewiesen, insbesondere zur Kommunikation.
So kann bspw. das Gefahrenpotenzial auf einem breiten Forstweg höher sein als auf einem schmalen Bergweg, weil die Geschwindigkeit grösser ist. Auf Wegabschnitten oder an Stellen, wo das Gefahrenpotenzial erhöht ist, kann mit einer guten Planung (bspw. von Baulichen Massnahmen und Entflechtungen) bereits viel entschärft werden.
Die Fachstellen verfügen über Erfahrungen und das nötige Fachwissen im Umgang mit Koexistenz und Entflechtung (vgl. Ansprechpartner in den Kantonen).
Diese können oftmals ohne Verbote mit attraktiven Angeboten auf den offiziellen Wegen geführt werden. Es ist klar zu kommunizieren welche Wege für welche Nutzung bestimmt sind (vgl. 3.2 Besucherlenkung). Die Vereinbarkeit mit anderen Nutzern und Koexistenz Massnahmen sind im Vorfeld sorgfältig zu prüfen.
Die Ergebnisse zeigen auf, dass Konflikte vorhanden, jedoch auch lösbar, sind. Die Aussagen der Teilnehmenden sprechen klar und deutlich für eine bessere Interessenvertretung und den Austausch mit anderen Wegnutzenden (vgl. Umfrage 2021).
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